In der Jetlag-Schleife

Nach knapp zwei Wochen in Bangkok bin ich immer noch in der Jetlag-Schleife, sprich: Tagsüber schlafe ich, nachts arbeite ich. Wenn es also hier Mitternacht schlägt, beginnt 6 Stunden früher in Deutschland der Abend – und ich bin hellwach. Vielleicht lag es auch an der durchgemachten Nacht vor meiner Abreise, in der ich meine Wohnung komplett ausgemistet und auf den Kopf gestellt bzw. leer geräumt habe. Vielleicht auch an dem unruhigen Halbschlaf neben einem strampelnden Kind im Flugzeug oder meiner schon immer vorhandenen Vorliebe für die Nacht, dass ich erst dann müde werde, wenn ich eigentlich aus meinem Hostel auschecken will – nämlich morgens um 10 Uhr. Und weil ich dann erst nachmittags wieder aufwache, bleibe ich dann doch noch eine Nacht, und noch eine und noch eine in dieser dunklen, klimatisierten Höhle (Hölle?) ohne Fenster und einer tropfenden Dusche, wo das Klo verstopft und die Moskitos irgendwie durch die Tür zum Balkon kommen, von dem ich Müllcontainer, Stromkabel und vor allem eine Landschaft von Klimaanlagen sehe. Warum ich noch nicht umgezogen bin, weiß ich nicht. Dieselbe Trägheit, die mir die Abreise so schwer gemacht hat? Die schwülen Temperaturen, die – nach dem kurzen Glücksgefühl der erfrischenden Dusche schon nach kleinsten Bewegungen – Schweißseen auf meinen Hemden bildet? Eine Erschöpfung, psychischer wie physisch, ausgelöst durch die Reizüberflutung in dem Sex-Paradies vor meiner Tür?

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